« 6 monate u-haft !...wofuer ??? | Main | der igel »
Sonntag, Oktober 28, 2007
dieses beeindruckende interview mit frau kelek...
...hatte ich im fernsehen gesehen und hier die texte gefunden, nichts ist "getuerkt", ich habs so gehoert:
Was spricht gegen die Moschee?
Interview mit Necla Kelek
Fragen an die
Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek
Frau Kelek, wenn man kein Islamexperte ist, fällt
es schwer zu unterscheiden, wie verschiedene Ausdrucksformen des
muslimischen Glaubens gemeint sind. Nehmen wir den Kölner Moscheebau.
Glauben
ist eine persönliche, Religion eine öffentliche Sache. Die geplante
Dimension des Kölner Moscheebaus ist eine politische Demonstration des
türkischen Islam in Stein. Die muslimische Gegengesellschaft will
gesellschaftsfähig werden, und der Gemeinde wird durch die helal
(reinen) Geschäfte auf dem Gelände bedeutet: Kauft bei Muslimen.
Warum?
Das Vorbild für den Kuppelbau und
die Minarette ist die Hagia Sophia in Istanbul, die von den Osmanen
eroberte größte christliche Kirche ihrer Zeit. Wenn die von der
türkischen Regierung abhängige Ditib (Türkisch-Islamische Union der
Anstalt für Religion) so baut, ist das nicht nur eine ästhetische Frage,
sondern es soll ein Zeichen gesetzt werden: Seht her, wir sind jetzt
hier, und uns hat keiner reinzureden. Architektur ist Zeichensprache wie
das Kopftuch oder der Tschador.
Was ist mit dem Tschador, den man immer häufiger
in deutschen Städten sieht, Brauchtum oder Demonstration?
Die
Frau zeigt mit dem Tschador ihre Unterwerfung, macht sich in der den
Männern vorbehaltenen Öffentlichkeit unsichtbar. Islamische
Städtearchitektur macht die Trennung manifest: für die Männer die
Plätze, für die Frauen die Sackgassen.
Der Tschador ist also keine Tracht, wie ein
Tirolerhut oder ein Dirndl, sondern ein aggressives Gesinnungsabzeichen?
Ja,
er ist bei uns getragen eindeutig ein Gesinnungsabzeichen, das für die
Trennung der Gesellschaft in Mann und Frau wirbt.
Und das einfache Kopftuch?
Das Kopftuch
ist politische Mode. Ein Zeichen, um Identität, Zugehörigkeit
beziehungsweise Abgrenzung zu demonstrieren.
Aber die Tracht der Nonnen, oder die Hüte und
Schläfenlocken frommer Juden drücken doch etwas Ähnliches aus?
Nein,
die Nonne oder der fromme Jude demonstrieren ihre persönliche Beziehung
zu Gott. Sie bleiben dabei gleichberechtigte Bürger. Tschador und im
abgeschwächten Maße auch Kopftuch sind ein Bekenntnis zu ganz bestimmten
Machtverhältnissen im Diesseits. Die islamische Frau verhüllt sich für
den Mann, der ihr Herrscher und Beschützer ist – und nicht für Gott. Sie
zeigt damit, dass sie die Ehre ihres Mannes ist.
Das klingt alles ein bisschen sehr strikt. Welche
Möglichkeiten bleiben den Muslimen dann noch als Ausdruck ihrer Kultur?
Gelebter
Glaube kann sich nicht in öffentlichen Demonstrationen erschöpfen,
sondern muss als gelebte Kultur die Menschen bereichern und sollte nicht
Mittel der Abgrenzung sein. Um das Opferfest zu begehen, ist es zum
Beispiel überflüssig, ein blutiges Schlachtfest zu veranstalten.
Warum also die Aufregung um Moschee-Neubauten?
Die
liberalen Westler denken, eine Moschee sei im Prinzip das Gleiche wie
eine Kirche oder eine Synagoge – ist sie aber nicht. Islam heißt
„Unterwerfung“. Es gab keine kritische Selbstreflexion der muslimischen
Gemeinschaften, sie haben sich keinen Schritt bewegt. Ich lerne in der
Moschee nicht Nächstenliebe und ein guter Mensch zu sein, sondern mich
zu unterwerfen. Auch dies wäre zu akzeptieren, wenn es eine Beziehung
zwischen dem Gläubigen und seinem Gott ausdrücken würde. Aber es ist in
der Regel die Unterwerfung unter ein Kollektiv mit aggressiven
Machtansprüchen im Diesseits.
Was macht Sie da so sicher?
Schauen Sie
sich mal Koranschulen an. Das ist ein dumpfes Pauken ohne jegliches
Verständnis, geschweige denn Kritik. Die kleinen Jungen lernen dort nur,
sich dem Imam zu unterwerfen. Es gibt ja keine Institution, die das
überprüft. Was der Imam sagt, ist Gesetz. Da werden keine Bürger
erzogen, sondern Untertanen. Warum kümmern sich die Imame nicht um
zwangsverheiratete Mädchen, um geschlagene oder vergewaltigte Kinder?
Wie kann denn ein deutscher Bürgermeister oder
Verwaltungsbeamter überhaupt erkennen, wen er da vor sich hat, wenn
Muslime ein Anliegen vortragen?
Viele Fragen stellen. Eine
lautet: Woher kommt das Geld? Die Moschee in Köln soll 25 Millionen Euro
kosten. 7,5 Millionen sind EU-Mittel. Um den Rest aufzubringen, müsste
jeder der behaupteten 100 000 Muslime in Köln und Umgebung pro Kopf 175
Euro spenden. Wer’s glaubt, wird selig. Die Ditib, der Bauherr der
Moschee, ist ein Ableger der mächtigen und finanzstarken türkischen
Religionsbehörde und die hat im Moment 800 Beamte hierher entsandt. Der
Etat dieser Behörde ist nach dem des Militärs der höchste Posten im
türkischen Haushalt. Für mich ist der Bau der Kölner Moschee keine Frage
von Religionsfreiheit und auch kein Zeichen der Integration. Sie ist die
Botschaft des türkischen Staatsislam in Deutschland.
Das Gespräch führte Michael Miersch